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Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht

Stevia

Eine gesunde Alternative zu Zucker könnte schon lange im Handel zu haben sein, wenn die europäische Zuckerindustrie sich nicht querstellen würde und die EU-Bürokratie weniger korrupt wäre.
In verschiedenen naturheilkundlichen Publikationen gelobt und empfohlen und im außereuropäischen Ausland wie Japan oder USA schon seit längerer Zeit im Handel, ist der Gebrauch als Nahrungsmittel von Stevia rebaudiana hier durch die EU offiziell verboten.

Die Hintergründe dieses Verbots lassen sich  hier nachlesen.

Ausführliche Informationen zu Stevia finden Sie hier.

Die Situation in Europa finden Sie hier.





































































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1984 erbrachte eine von Monsanto in Auftrag gegebene wissenschaftliche Untersuchung erhebliche Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Stevia.

Aufgrund dieser und weiterer Studien in den USA wurden Steviaprodukte und ihre Einfuhr in die USA 1991 von der Food and Drug Administration verboten. Seit 1995 ist dieses Verbot teilweise aufgehoben, so dass Stevia-Produkte als diätische Lebensmittelergänzungen verwendet werden dürfen, nicht aber allgemein als Lebensmittelzusätze.

Beim eigentlichen Süßstoff, dem Steviosid, konnte keine mutagene oder genotoxische Wirkung nachgewiesen werden. 
Die Blätter selbst sind auch nicht giftig. Die Mutagenität des Abbauprodukts von Steviosid, Steviol, ist umstritten. In einigen Studien wurden fruchtschädigende und mutagene Wirkungen in Hamstern und Ratten beschrieben, außerdem eine Mutagenität in vitro.

Dr. Ralf Pude vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften der Universität Bonn hält dagegen, dass die Dosierungen in den Versuchen so hoch waren, dass – auf den Menschen übertragen – ein Erwachsener täglich mehr als die Hälfte seines Körpergewichtes an frischen Stevia-Blättern zu sich nehmen müsste. 

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1. Einführung

Stevia ist ein unglaublich süßes Kraut, welches seinen heutigen Geschmack durch einen natürlichen Zuchtvorgang der süßesten Steviapflanzen erlangte. Der Süßstoff Steviosid, der aus den Pflanzen extrahiert wird, ist 300mal süßer als Zucker. Die frischen Blätter schmecken nach Süßholz.

Das Besondere an dieser Pflanze ist, dass sie als Zuckerersatz genutzt werden kann. Tatsächlich beinhalten die Blätter süße Diterpenglykoside, die aber weder verstoffwechselt werden, noch Kalorien beinhalten. Der größte Teil der süßen Glykoside setzt sich aus Steviosid-Molekülen zusammen.

Die hauptsächlichen Vorteile von Stevia sind wie folgt:
· Stevia ist ein komplett natürliches und nicht-synthetisches Produkt
· Steviosid (der Süßstoff) beinhaltet keine Kalorien
· die Blätter können in ihrem natürlichen Zustand belassen werden
· dank seiner enormen Süßkraft werden nur kleine Mengen benötigt
· die Pflanze ist nicht giftig
· die Blätter als auch der reine Steviosid-Extrakt können gekocht werden
· kein Nachgeschmack oder Bitterkeit bei optimaler Dosierung
· stabil bis 200°c
· keine Fermentation/Gärung
· Stevia ist geschmacksverstärkend
· Stevia wurde klinisch und getestet und ohne negativen Effekt bei dauerhafter Einnahme verwendet
· idealer Süßstoff für Kinder, da nicht suchterzeugend

Viele verschiedene Anwendungspraktiken von Stevia sind bereits gut bekannt: als Tafelsüßer, in Soft-Drinks, Feingebäck, Eingelegtem, Tabakprodukten, Süßigkeiten, Konfitüren, Marmeladen, Joghurt, Kaugummis, Fruchteis...
Die getrockneten Blätter von Stevia sind etwa 40mal süßer als Zucker.

2. Beschreibung der Pflanze

Stevia Rebaudiana Bertoni (Bertoni) ist eine ausdauernde krautartige Pflanze und gehört zur Familie der Asteraceae. Diese Familie beinhaltet weithin bekannte Pflanzen wie etwa Löwenzahn, Sonnenblumen und Zichorien. Die Pflanze wurde zuerst von Dr. M.S. Bertoni 1899 botanisch beschrieben. Die lanceolate Blätter sind etwa 5cm lang und 2cm breit und wachsen gegenüberliegend. Wildwachsend variiert die Höhe der Pflanze zwischen 40cm und 80cm, kultiviert kann sie bei 1m liegen. Stevia kann auf relativ armen Boden angebaut werden. Dennoch hat sie einen großen Bedarf an Phosphaten. Die Pflanzen können bei 5 Ernten im Jahr, wobei sämtliche sich über dem Boden befindende Pflanzenteile entfernt werden, etwa 6 Jahre lang für die kommerzielle Produktion genutzt werden. Bleiben die Speicherwurzeln erhalten, kann sich die Pflanze erneut regenerieren. Pflanzen mit einer Höhe von 1m haben ein durchschnittliches Trockengewicht von 70g. Das Trockengewicht der Blätter kann zwischen 15g und 35g je Pflanze schwanken.

1. Herkunft und Geschichte


Die Geschichte der Kultivierung von Stevia beginnt vorwiegend in Paraguay und Brasilien. Ursprünglich wuchs Stevia nur in den südlichen Regionen Südamerikas. Die Pflanze ist seit Jahrhunderten bei den dort beheimateten Guaranay-Indianern wegen des süßen Geschmacks ihrer Blätter bekannt. Sie nehmen die Blätter unter anderem um Kräutertees herzustellen. Stevia wird oft als "süßes Kraut Paraguays" beschrieben und man erwähnt es auch als „süßeste Pflanze der Welt“, Bezeichnungen welche auf die erstaunliche Kraft dieser Pflanze hindeuten.

Europa kam das erste Mal im 16. Jahrhundert mit Stevia in Berührung, als die spanischen Herrscher von dem "süßen Honigkraut" erfuhren, das von Eingeborenen in Südamerika genutzt wurde. Ungeachtet der Beschreibung der Pflanze durch Dr. M.S. Bertoni 1899, hatte die Forschung und Vermarktung von Stevia einen zögerlichen Start.

Um 1908 wurde vom Vorkommen verschiedener Süßstoffe in Stevia berichtet, doch erst 1931 wurde es möglich, Steviosid daraus zu isolieren. Während des Zweiten Weltkriegs zogen die Alliierten in Erwägung, Steviosid kommerziell als Ersatz für Zucker zu extrahieren, der nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stand. Leider fehlte zu dieser Zeit die Technologie für eine industrielle Produktion. Wegen des 1970 in Japan eingeschränkten Gebrauchs von künstlichen Süßstoffen, entwickelte sich dort die Vermarktung und die Anwendung von natürlichem Steviosid.

Seit über 25 Jahren gebrauchen japanische Konsumenten nun das Extrakt der Pflanze, weil es nicht nur natürlich und sicher, sondern eben auch ein kalorienfreier Süßstoff ist. Gegenwärtig ist Steviosid das meistverwendete Süßungsmittel auf dem japanischen und koreanischen Markt. Die kommerzielle Produktion ist überwiegend in Brasilien, Paraguay, Uruguay, Zentralamerika, den Vereinigten Staaten von Amerika, Israel, Thailand und China anzutreffen.

2. Das extrahierte Produkt


Steviosid ist ein weißes, kristallines Pulver das aus den Blättern von Stevia gewonnen wird. Die Extraktion kann in einem umweltschonenden Vorgang erfolgen. Wegen der Summe folgender wichtiger Eigenschaften nennen Wissenschaftler Steviosid ein "edles Molekül":
· das Produkt ist 100% natürlich
· es besitzt keine Kalorien
· Stevia ist bis zu 300mal süßer als Zucker
· keine toxischen Effekte bei Menschen
· absolut sicher für Diabetiker, Phenylketonurie-, (PKU) und Candida-Patienten



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 Situation in Europa

In der EU wurde Stevia als erste Pflanze der Novel-Food-Verordnung unterstellt, nachdem auch ein Antrag aus Belgien scheiterte. Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission, der über die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Stevia befinden sollte, kam zu der Schlussfolgerung, dass „die Pflanze, wie auch Auszüge daraus, auf Grundlage der wenigen augenblicklich verfügbaren Daten“ als Lebensmittel nicht zulassungsfähig sei. Das Inverkehrbringen als Lebensmittel wurde mit dieser Begründung verboten.

Eine Zulassung kann nur dadurch zustande kommen, dass ein erneuter Antrag als Novel-Food eingereicht und vom wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU positiv bewertet wird. An einem solchen Neuantrag arbeitet derzeit die European Stevia Association (EUSTAS).

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